„A női személyiség alakulásának folyamata tele van belső
küzdelmekkel és örömteli felfedezésekkel. Ha a nő saját személyiségének tudatára ébred,
élete igazi virágzásnak indul.”

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2018. november 17. szombat, 05:26

Widerstand und Visionen – neue Horizonte

Eine Konferenz zur Rezeption postkolonialer, -säkularer und queerer Theorien in Theologie und Religionswissenschaft
 

Dresden Hofkirche

Zur Thematik „Widerstand und Visionen – neue Horizonte“ tagten vom 28.08. bis 01.09.2013 in der Dresdener Neustadt etwa 150 Religionswissenschaftlerinnen und Theologinnen sowie interessierte Studierende aus 23 Ländern, verschiedenen christlichen Konfessionen oder dem Judentum angehörend. Die meisten Teilnehmerinnen gehören der ESWTR (European Society of Women in Theological Research/Europäische Gesellschaft für Theologische Forschung von Frauen) an, dem größten europäischen Verband von Wissenschaftlerinnen, die inter- und transdisziplinär in der theologischen und religionswissenschaftlichen Forschung unterschiedlicher Religionen tätig sind. Alle zwei Jahre veranstaltet die ESWTR eine internationale Konferenz in einem europäischen Land; für 2013 war unter der Federführung von Prof. Dr. Ulrike Auga (Berlin), Prof. Dr. Maria Häusl (Dresden) und Prof. Dr. Silke Petersen (Hamburg) das Konzept einer doppelten Perspektive von „Widerstand und Visionen“ entwickelt worden.

 

Zum Anliegen der Konferenz

Ziel der von der Konferenz war es, Religion angesichts der weltweiten Erfahrungen von ökonomischer, politischer und epistemischer Gewalt als Raum des Widerstandes und der Gegendiskurse neu zu bestimmen. Da Gender ein sensibler Indikator für das Maß an Gewaltförmigkeit von Ordnungen ist, wurde in der Konferenz ein besonderes Interesse auf Gender als zentrale Wissenskategorie gerichtet.

Diesen Herausforderungen in der Erforschung von Religion und Gender stellte sich die Konferenz in interdisziplinärer und internationaler Perspektive und mit der neuesten Methodologie der postkolonialen Kritik, der post-säkularen Theorie und der queeren Epistemologie, da diese Ansätze eine besondere Sensibilität für die Gewaltförmigkeit politischer und symbolischer Ordnungen zeigen: Sie benennen prägnant gewaltvolle Ausschlüsse in einer Welt, die von Globalisierung, Neoliberalismus und biopolitischen Regulierungen geprägt ist. Als solche Ausschlüsse können Armut, Rassismus, Fundamentalismus, Nationalismus und Rechtsextremismus gelten, die regelmäßig mit Sexismus und Homophobie einhergehen. Sie werden entscheidend verursacht durch die Essentialisierung der Kategorien „Geschlecht“, „Rasse“, Nation und Religion.

Großen Gartens in Dresden
 

Die o.g. Ansätze benennen nicht nur die Gewalt, sondern beschreiben auch Formen des Widerstandes. Sie entwerfen Vorstellungen und Visionen eines nachhaltigen Abbaus der Gewalt und ermöglichen eine langfristige Verbesserung gesellschaftlichen Lebens in diversifizierten Gesellschaften. Wie die kontextuellen Befreiungstheologien unterstreichen sie den widerständigen, ‚heilenden’ und visionären Charakter religiöser Texte und Praktiken. Sie erweitern jedoch deren Ideologiekritik um eine poststrukturalistische Wissens- und Wissenschaftskritik. Postkoloniale, postsäkulare und queere Theorien eignen sich daher hervorragend als theoretische und epistemologische Grundlegung für Theologie und Religionskritik und bieten neue Impulse für komplexe und heterogene Kontexte.

Ein wesentliches Ziel der Konferenz war es daher, diese Ansätze erstmals gebündelt im interreligiösen Dialog aufzugreifen, um klassische theologische Positionen zu reformulieren. Außerdem sollten diese auf einer poststrukturalistischen und wissenskritischen Wende basierenden Ansätze in der europäischen und insbesondere der deutschsprachigen Theologie und Religionswissenschaft etabliert werden – bisher weitgehend ein Desiderat –, sind aber auch für die Friedens- und Konfliktforschung, für die neuere Zeitgeschichte und für die Gender-Forschung von großem Interesse.

Nicht irgendein Tagungsort

Mit dem lokalen Bezug dieser Konferenz zu Ostdeutschland durch den Tagungsort Dresden – der auch in thematischen Stadtführungen erschlossen wurde – sollte die politische und theologische Wirkkraft der Dissidenz der DDR und Osteuropas, die zu den friedlichen Revolutionen 1989 führte und auch 2011 Gedankengeberin für den Anfang des Arabischen Frühlings war, für die gegenwärtige Suche nach solidarischem Zusammenleben in der Einen Welt fruchtbar gemacht werden. Zahlreiche widerständige politische, religiöse und künstlerische Mobilisierungen imaginierten damals eine offene, radikal demokratische und solidarische Gesellschaft, nicht nur jenseits des real existierenden Sozialismus, sondern auch jenseits des Kapitalismus. Diese Mobilisierungen wurden getragen von überraschenden Allianzen aus säkularen und religiösen Frauen-, Friedens- und Umweltbewegungen und nicht zuletzt vom ökumenischen Prozess. Die Erfahrungen und Konzepte der Dissidenz der DDR und Osteuropas bergen ein Potential, das in den postkolonialen theoretischen und theologischen Debatten, sowie bei der politischen und kulturellen Selbstimagination Europas zu neuen Einsichten führen kann.

Vorträge, Podium, Film, Tanz

Im Eröffnungsvortrag mit dem Titel “Widerstand und Visionen - Neue Perspektiven. Einführung in das Thema und Anbindung an die osteuropäische Dissidenz der friedlichen Revolutionen 1989” zeigte Ulrike Auga, dass es weltweit in dem von Globalisierung und Neoliberalismus geprägten Gefüge von Nationalstaatlichkeit und Demokratie zu einer verstärkten Gefährdung und Warenwerdung des ganzen menschlichen Lebens kommt. Heute gibt es eine Reihe von inter- und transdisziplinären Ansätzen, die die epistemische Gewalt sowohl traditioneller Theologien als auch essentialistisch argumentierender feministischer, schwarzer und schwullesbischer Befreiungstheologien kritisieren und diese durch eine Wissens- und Wissenschaftskritik erweitern. Damit verdeutlichte Auga ihr Anliegen, auch mittels der Konzeption der Konferenz zu einer breiteren Neujustierung feministischer theologischer Forschung und kritischer Theologie und Religionswissenschaft zu gelangen.

Zur Verstärkung des thematischen Bogens von 1989 bis heute widmete sich ein Podium mit Zeitzeuginnen der friedlichen Revolution von 1989 konkreten historischen Erfahrungen und deren Relevanz für Gegenwart und Zukunft: die Schauspielerin, Regisseurin und Feministin Freya Klier (Berlin), die Theologin Dr. Marie Anne Subklew-Jeutner (Potsdam), die Theologin PD Dr. Elzbieta Adamiak (Posen, Polen) und die Theologin und Ordensfrau Dr. Jadranka Sr. Rebeka Anić (Split, Kroatien) berichteten von «Widerstand und Visionen» in persönlicher historischer und aktueller Perspektive.

Die Thematik der friedlichen Revolution in Deutschland und Osteuropa griff auch die Vorführung von R. Kukulas „Oktoberfilm“ auf. Der 30minütige Film zeigt ausschließlich Fotos aus dem Herbst 1989, die mit originalen Tonaufnahmen unterlegt sind. Mit dieser ungewöhnlichen Stilform gelingt es, die Stimmung und die Emotionalität der damaligen Zeit auf beeindruckende Art und Weise einzufangen und wiederzugeben.

Weitere Vorträge formulierten die postkoloniale Perspektive der Konferenz: Prof. Dr. Musa Dube, Privatdozentin an der Universität von Botswana, verband in ihrem Vortrag Grenzen und Brücken: Wege postkolonialer feministischer Bibelauslegung“ postkoloniale Theologie mit eigenen biografischen Erfahrungen ihrer Kindheit in einer afrikanischen Flüchtlingsfamilie. Sie zeichnete eigene Reflexionen nach, die sie in und nach ihrem Band „Postcolonial Feminist Interpretation of the Bible“ (2000) beschritten hat und reflektierte ihre Motive. Dube zeigte auf, welche Grenzen in feministischer Bibelexegese sie sich zu überqueren bemüht und welche Brücken sie innerhalb der feministisch-exegetischen Zunft zu bauen versucht hat.

Prof. Dr. Mayra Rivera Rivera von der Harvard Divinity School bestimmte in Ein Labyrinth der Inkarnationen: Körper und Gesellschaft im 21. Jahrhundert“ die wichtigsten Herausforderungen, mit denen sich Körpertheologien im 20. Jahrhundert auseinandergesetzt haben. Zunächst zeichnete sie die wesentlichen Verschiebungen nach, die sich in wissenschaftlichen Ansätzen zur Leiblichkeit in den letzten dreißig Jahren finden, darunter befreiungstheologische, feministische und postkoloniale Ansätze, die mit ihrer Anknüpfung an die von diesen Herangehensweisen gewonnen Erkenntnisse das entpolitisierte Feiern der Inkarnation vermeiden. Gleichzeitig gehen sie dabei über postmoderne Analysen hinaus, die nur die Körper-Repräsentationen und deren gesellschaftliche Auswirkungen in den Blick nehmen. Die momentan entstehenden kulturellen Visionen und die gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskussion deuten darauf hin, dass es verstärkt kritisch-materialistische Interpretationen der Verfasstheit von Körpern (und nicht nur der Position von Körpern) gibt. Rivera Rivera schlug eine Hinwendung zu sozio-materiellen Beziehungen vor, um dadurch das theologische Verständnis vom Fleisch („flesh“) und seinem Werden zu erweitern.

Ein öffentlicher Abendvortrag betrachtete die Rolle der jüdischen, christlichen und islamischen Theologien und ihre Verantwortung in den gesellschaftlichen Umbrüchen im 20. und 21. Jahrhundert im Zusammenspiel. Unter dem Titel „Occupy Heaven! Sind Gott, Religion und Politik zu retten?“ verknüpften sich die komplementären Perspektiven von Prof. Dr. Kwok Pui-Lan – Professorin in Cambridge (MA) und Vorreiterin postkolonialer Rezeption in Religion und Theologie – und des aus Deutschland stammenden Prof. Dr. Jörg Rieger – Wegbereiter eines neuen Verständnisses von Ökonomie und Klasse in Religion und Theologie und Professor of Constructive Theology in Dallas. Beider gemeinsamer Vortrag befasste sich mit den neuen religiösen, sozialen und gesellschaftlichen Protestbewegungen, basierend auf dem gemeinsamen Buch „Occupy Religion. Theology of the Multitude“, das die neue gesellschaftliche Rolle von Religion am Beispiel der „Occupy“-Bewegung analysiert, in der sich die Wünsche nach wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Veränderungen bündeln. Kwok und Rieger plädierten für ein neues politisches Subjekt, die „Menschenmenge“ („Multitude“), die im Schnittpunkt zwischen verschiedenen Basisbewegungen und -theologien entsteht.

„Pussy Riots ‚Punkgebet‘ als ein Fall von und für Feministische/r Öffentliche/r Theologie“ stand im Mittelpunkt des Vortrags von Prof. Dr. Anne-Marie Korte von der Universität Utrecht (Niederlande), in dem Korte die aktuelle Notwendigkeit einer Feministischen Öffentlichen Theologie formulierte und diese am Beispiel des umstrittenen – und theologisch höchst reflektierten – Punkgebets der russischen Pussy Riot-Aktivistinnen und seiner Rezeption belegte.

Die aus Katalonien stammende Benediktinerin Sr. Dr. Dr. Teresa Forcades i Vila (Barcelona) beschrieb in ihrem Vortrag „Scheindemokratien und die politischen Folgen des christlichen Begriffs der »Person«“. Als „Scheindemokratien“ bezeichnete sie dabei Regierungssysteme, die trotz Wahlrecht in einer Weise regieren, die sich gegen die Interessen und sogar den ausdrücklichen Willen der Mehrheit richtet, ein komplexes Phänomen in heutigen kapitalistischen westlichen Gesellschaften. In ihrem Vortrag betrachtete Forcades wichtige theologische Aspekte des christlichen Begriffs der „Person“, die Impulse für die Diskussion eines revolutionären Subjekts geben können, das diese Scheindemokratien entlarven und sie durch fairere und effizientere Regierungssysteme ersetzen kann: die fortwährende Schöpfung, Einheit in Vielfalt, die Untrennbarkeit von Freiheit und Liebe sowie die Umkehr.

Prof. Dr. Janet Jakobsen, Direktorin des Barnard Center for Research on Women (Columbia University, New York) erkundete “Visionen der Gerechtigkeit: Neue Arten des Wirtschaftens und neue Solidarität“, bei denen sich der Blick am Beispiel der Rechte von Hausangestellten in den USA darauf richtete, wie radikale Bewegungen für Gender- und Geschlechter-Gerechtigkeit Anteil an den größeren Bewegungen für soziale Gerechtigkeit haben können.

Am letzten Abend wurde das Konferenzthema „Widerstand und Visionen“ künstlerisch aufgegriffen: Eine der besten Tänzerinnen und Choreographinnen Dresdens, Katja Erfurth tanzte zum Thema in der Dreikönigskirche und ermöglichte damit eine ganz andere Perspektive auf die wiederholt diskutierte Körperthematik.

In zahlreichen parallel angebotenen Kurzvorträgen bot die Tagung auch einer Vielzahl Nachwuchswissenschaftlerinnen aus allen europäischen Ländern ein internationales Forum und bot zahlreiche weitere Perspektiven zur Konferenzthematik und darüber hinaus, etwa mit Vorträgen zum Guerilla Gardening oder zu Queer Ecologies. Sowohl ausgewählte Panel- als auch die Hauptvorträge werden im Jahrbuch der ESWTR erfolgen.

Rita Perintfalvi


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